Trotz Klimakritik: Deutschland schreibt zehn Gigawatt Gaskraftwerke aus

2 godzin temu
Dampf steigt aus der Kühlung eines Gaskraftwerkes in Hürth. (Archivbild) Oliver Berg/dpa

Deutschland hat mit der Europäischen Kommission eine Grundsatzeinigung zur Kraftwerksstrategie erzielt. Noch in diesem Jahr gibt Deutschland die ersten neuen Gaskraftwerke in Auftrag, um die Stromversorgung während des schrittweisen Kohleausstiegs zu sichern.

Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte: «Die Verständigung zur Kraftwerksstrategie ist ein entscheidender Schritt für die Versorgungssicherheit in Deutschland.» Die Kommission muss die geplanten staatlichen Beihilfen allerdings noch endgültig genehmigen.

Noch in diesem Jahr soll eine erste Ausschreibung über zwölf Gigawatt neuer steuerbarer Kapazität starten. Zehn Gigawatt entfallen auf langfristig verfügbare Kraftwerke – vorwiegend neue Gaskraftwerke. Die Regierung schreibt zwei Gigawatt technologieoffen aus und könnte sie auch an Speichertechnologien vergeben. Die Kraftwerke sollen bis spätestens 2031 ans Netz gehen.

Die neuen Anlagen dienen als Backup für Dunkelflauten, wenn weder Sonne noch Wind ausreichend Strom liefern. Alle müssen wasserstofffähig sein und bis 2045 vollständig dekarbonisiert werden, um Deutschlands Klimaneutralitätsziel zu erreichen. Die Regierung plant weitere Ausschreibungen für 2027 und 2029 – dann vollständig technologieneutral.

Energiekonzerne stehen bereit

Der Energiekonzern RWE will nach Angaben von Finanzvorstand Michael Müller an drei Standorten in Nordrhein-Westfalen drei Gigawatt neue flexible Kraftwerkskapazität aufbauen. Uniper ist bereit, rund zwei Gigawatt wasserstofffähiger Kraftwerke beizusteuern. Die Steag Iqony Group plant, sich mit bis zu zwei Gigawatt an den Ausschreibungen zu beteiligen.

Bislang zögerten Unternehmen mit Investitionen, da die Kraftwerke als reine Backup-Anlagen wenig ausgelastet und kaum profitabel zu betreiben wären. Staatliche Förderung in Milliardenhöhe soll Anreize schaffen – finanziert aus dem Bundeshaushalt oder durch eine neue Umlage auf Energiekunden.

Kritik von Umweltschützern und Grünen

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die Strategie scharf. Die Förderung fossiler Infrastruktur behindere den Ausbau sauberer Alternativen wie Batteriespeicher und schaffe neue fossile Abhängigkeiten.

Auch der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner übt Kritik. Die späten Anforderungen zur Dekarbonisierung seien zu zaghaft: «Hier brauchen wir für den Klimaschutz mehr Ehrgeiz.»

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) räumte am Mittwochabend in Halle ein grundsätzliches Problem ein: «Wir haben den Wasserstoff nicht, den wir dafür eigentlich bräuchten.»

Die Koalition aus CDU, CSU und SPD hatte in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, bis 2030 Anreize für bis zu 20 Gigawatt Gaskraftwerkskapazität zu schaffen. Die Kraftwerksstrategie gilt als Brücke zu einem Kapazitätsmarkt ab 2032, der Anbieter dafür belohnt, Kapazitäten bereitzustellen – auch wenn diese selten genutzt werden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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