Ab 1. Februar drohen neue US-Zölle gegen Europa wegen Grönland-Streit

3 godzin temu
US-Finanzminister Scott Bessent spricht bei einer Pressekonferenz vor dem USA House beim Weltwirtschaftsforum in Davos. (Symbolbild) (Photo by Fabrice COFFRINI / AFP via Getty Images) Getty Images

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos bereitet sich Europa auf die Konfrontation mit US-Präsident Donald Trump vor. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron werden auf Trumps Annexionsforderungen für Grönland und seine Zolldrohungen reagieren. Trump selbst wird am Mittwoch in dem Schweizer Alpenort sprechen – die Spannung ist greifbar.

Die USA haben neue Zölle gegen Deutschland und weitere europäische Länder angekündigt, die ab dem 1. Februar in Kraft treten sollen. Trump macht die Abgaben davon abhängig, wie sich die EU zu seiner Forderung verhält, Grönland zu übernehmen. Die Regierungen in Kopenhagen und Grönland lehnen Trumps Ansprüche strikt ab. Grönland ist die größte Insel der Erde und gehört zum Königreich Dänemark.

Europarat-Chef fordert Härte

Alain Berset, Generalsekretär des Europarats, kritisiert Europas Reaktion als zu zurückhaltend. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur stellte er die Strategie infrage, «immer zu versuchen, cool zu bleiben». Seine klare Ansage: «Nein, so geht es nicht.»

In einem Gastbeitrag in der «New York Times» warnte Berset: «Das Völkerrecht ist entweder universell oder bedeutungslos. Grönland wird zeigen, wofür wir uns entscheiden.» US-Finanzminister Scott Bessent warnte die EU vor Vergeltungsmaßnahmen. Eine Reporterin des Trump-nahen Senders Fox Business Network befragt ihn öffentlich beim Forum.

Wirtschaft zeigt sich verunsichert

Die politischen Spannungen belasten die Stimmung in den Chefetagen. Eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter rund 4.450 Unternehmenschefs in 95 Ländern und Regionen zeigt: Das Vertrauen in die Umsatzaussichten der eigenen Firma ist auf einem Fünfjahres-Tief. Nur drei von zehn CEOs sind zuversichtlich für die kommenden zwölf Monate – vor vier Jahren war es noch mehr als die Hälfte.

Nick Studer, Chef der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman, sieht am Rande der WEF-Tagung dennoch keine Deglobalisierung: «Viele haben gesagt: Das ist der Beginn oder die Fortsetzung der Deglobalisierung. Aber das sehe ich nicht so», sagte er der dpa. Vielmehr beobachte er eine konstante, sich weiterentwickelnde Globalisierung.

Unternehmen müssten sich auf neue Handelshürden einstellen: «Dann muss man darüber nachdenken, neue Märkte zu erschließen oder neue Lieferketten aufzubauen», so Studer. Das sei zwar «phänomenal schwierig», aber notwendig. «Man braucht mehr Agilität, mehr Puffer und mehr Möglichkeiten, Schocks abzufedern»

Proteste und prominente Absagen

Rund 3.000 Teilnehmer und Hunderte Topmanager nehmen am WEF teil, das unter dem Motto «Im Geiste des Dialogs» steht. In Zürich demonstrierten am Montagabend, Schätzungen zufolge, etwa 2.000 Menschen gegen Trump und das Weltwirtschaftsforum. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Wasserwerfer einsetzte.

UN-Generalsekretär António Guterres sagte seine Teilnahme wegen starker Erkältung ab. Die Organisatoren luden den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi aus, weil seine Regierung gegen Demonstranten vorging.

Neben von der Leyen und Macron werden auch Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag, der kanadische Regierungschef Mark Carney und Chinas Vizepremier He Lifeng erwartet. Zu den Diskussionsrunden zählen Microsoft-Chef Satya Nadella und Alex Karp vom US-Analysesoftware-Hersteller Palantir.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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