List noworoczny 2026

wochenblatt.pl 2 godzin temu
Zdjęcie: Foto: unsplash/boliviainteligente


Liebe Mitglieder der deutschen Minderheit in Polen,

das Jahr 2025 ist zu Ende und wir schauen schon in die Richtung 2026. Hinter uns liegt ein Jahr mit vielen Ereignissen und viele davon waren für uns positiv. Unsere deutsche Gemeinschaft hat durch ihre Aktivität und Sichtbarkeit einen großen Beitrag zu diesen positiven Entwicklungen geleistet.

Es war ein Jahr der Jubiläen:

  • 80 Jahre der Tragödie der Deutschen im Osten, die in den südlichen Regionen Polens auch Oberschlesische Tragödie genannt wird. An diese Ereignisse haben wir nicht nur in Oberschlesien, sondern auch in Gdingen oder Potulitz erinnert.
  • 20 Jahre des Minderheitengesetzes mit einer Konferenz in Warschau sowie einem Kongress in Oppeln
  • 35 Jahre der größten Organisationen der deutschen Minderheit in Polen – der SKGD in der Woiwodschaft Schlesien sowie der SKGD in der Woiwodschaft Oppeln, sowie weiterer kleiner Organisationen.

In der Bundesrepublik Deutschland gab es zu Beginn des Jahres vorgezogene Bundestagswahlen und es freut uns, dass die deutschen Minderheiten in dem neuen Koalitionsvertrag explizit erwähnt wurden. Genauso freut es uns, dass es in Polen zu einer Novelle des Minderheitengesetzes kam und nachdem die in Polen lebenden Minderheiten keinen Abgeordneten mehr im Parlament stellen können, gibt es jetzt ein Minderheitensekretariat.

Rafał Bartek Foto: S. Golomb

Wichtig war für uns auch die politische Präsenz und so freuen wir uns über die Einladungen zu Gesprächen nach Warschau und nach Berlin, aber noch mehr freuen wir uns über politische Besuche der Politiker in der Region, wo die Deutschen in Polen leben. So sind wir dankbar für den Besuch von Dr. Bernd Fabritius, dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie von Herrn Miguel Berger, dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Oktober, in Oppeln und Gogolin.

Bedanken möchte ich mich auch bei Bernard Gaida, der dieses Jahr seine Funktionen als Vizepräsident der FUEN und Sprecher der AGDM aufgegeben hat! Sein Engagement hat unsere Gemeinschaft in den letzten Jahren geprägt und so freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Bernard, denn seine Erfahrung ist für uns ein großer Schatz.

Wir sind auch dankbar, dass es nach dem Ende der Diskriminierung der Kinder der deutschen Minderheit eine weitere Veränderung zugunsten des Deutschunterrichts als Minderheitensprache gab, indem den Kindern, die Deutsch als Minderheitensprache lernen, ermöglicht wurde, von der Pflicht der zweiten Fremdsprache in den Klassen 7 und 8 befreit zu werden. Natürlich erhofften wir uns weitergehende Veränderungen und dies tun wir auch nach wie vor, aber es freut uns, dass nach Jahren des Stillstandes bzw. nach den Rückschritten der letzten Jahre nun auch positive Signale in diesem Bereich gibt.

Trotz des aufgrund der späten Haushaltsentscheidungen schwierigen Projektjahres ist es uns auch gelungen, viele Projekte auf den Weg zu bringen. Es sind nicht nur die Sprachprojekte wie Samstagskurse, Deutsch AG, Kinderclubs, aber vor allem auch die Kinder- und Jugendprojekte, die uns ganz besonders freuen und uns immer wieder aufs Neue zeigen, dass die deutsche Kultur und Sprache nach wie vor Anziehungskraft hat.

Eine große Veränderung haben wir in den Medien der deutschen Minderheit – aus dem Wochenblatt ist Neues Wochenblatt geworden, mit aktuellen News, die täglich online erscheinen, und einer Papierausgabe, die einmal im Monat erscheint. Dazu kam mit dem Wochenblatt TV ein neues Fernsehformat sowie neue Radiosendungen – u. A. Podcasts dazu!
Es freut uns, dass die Fernsehsendung Schlesien Journal zum ersten Mal in der Geschichte direkt vom polnischen Fernsehen TVP 3 Opole produziert wird und gleich in vier Woiwodschaften regelmäßig ausgestrahlt wird – in den Woiwodschaften Oppeln, Schlesien, Niederschlesien und Ermland-Masuren. Hier möchte ich mich bei allen Medienmenschen, die zu diesen Veränderungen beigetragen haben, herzlich bedanken.

Mit diesen vielen positiven Erfahrungen des Jahres 2025 gehen wir in das nächste Jahr, wo uns auch wieder neue und alte Herausforderungen erwarten werden. Unser Hauptanliegen bleibt die Spracharbeit, denn wir wissen, wie schwierig es ist, das deutsche Erbe zu bewahren und zu pflegen, wenn man die Sprache nicht kennt. Deshalb wollen wir nicht nur die bisherigen Sprachprojekte und Formate beibehalten, sondern wir streben auch eine Sprachstrategie an, damit wir zukünftig noch zielorientierter in diesem Bereich arbeiten.

2026 jährt sich auch zum 35. Mal der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag und vieles deutet darauf hin, dass sich nach sieben Jahren Pause auch der deutsch-polnische Tisch wieder treffen wird. Wir haben unsere Anliegen und Forderungen an beide Regierungen in den letzten Jahren immer wieder in Form von Positionspapieren formuliert. Jetzt wird es darum gehen, zu erfahren, inwieweit die Regierungen bereit sein werden, dies umzusetzen. Es ist umso wichtiger geworden, da das Bild der Deutschen in Polen nach wie vor unter der populistisch gesteuerten Politik vieler Parteien des rechten Spektrums in Polen zu leiden hat. Trotz der Bedrohung, die aus Russland kommt, wird am Bild des deutschen Feinds festgehalten. Die Versöhnungsarbeit bleibt also aktuell, und da ist gerade auch die Rolle unserer deutschen Gesellschaften gefragt.

Eine weitere Herausforderung bildet für uns die Tatsache, dass die Förderung der deutschen Minderheit von der deutschen Seite ab nun nur noch durch den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten erfolgen wird. Dadurch ändert sich bei uns u. A. die Rolle der Konsulate, die bisher auch über Fördermöglichkeiten verfügten. Die Förderung wird zukünftig auch über den VdG erfolgen.

In unserem Dachverband – dem VdG – stehen auch wichtige Ereignisse bevor. Im Jahr 2026 feiern wir 35 Jahre der Gründung des VdG. Außerdem stehen uns Wahlen bevor. Ein neuer Vorstand wird im Mai gewählt und auch hier geht es darum, Menschen zu wählen, die sich wirklich mit Herz für die Sache engagieren wollen, denn wir sehen gerade an den vergangenen Jahren, wie viel wir selbst steuern und bewirken können. Natürlich sind wir als polnische Bürger von der polnischen Politik, aber auch von den deutsch-polnischen Beziehungen abhängig, aber es ist und bleibt wichtig, dass wir nicht nur warten und erwarten, sondern auch aktiv mit eigenen Vorschlägen immer wieder aufs Neue uns darum bemühen, etwas zu verändern. Stillstand ist nämlich unser größter Gegner, der uns auch die Garantie gibt, dass es nicht besser wird. Gerade das Jahr 2025 hat uns aufs Neue gezeigt, dass wir mit unserem Mut und unserer Aktivität es anders können, und diese Einstellung soll uns auch 2026 begleiten.

Zum Schluss möchte ich mich bei allen Mitgliedern der Organisationen der deutschen Minderheit in Polen für die ehrenamtliche Arbeit und für das Engagement bedanken.

Für das neue Jahr wünsche ich uns allen viel Mut und Freude an der Arbeit für und mit der deutschen Minderheit. Bleibt aktiv, denn die deutsche Sprache und Kultur ist eine Bereicherung für uns alle. Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr!

Rafał Bartek

VdG-Vorsitzender

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