Ein historisches Bahnwärterhäuschen in Gogolin ist verschwunden

wochenblatt.pl 19 godzin temu
Zdjęcie: Foto: Andrea Polanski


180 Jahre Geschichte sind verloren

Dies ist bereits der zweite Vorfall dieser Art. Zuerst die uralte Karlik-Eiche, nun das historische Bahnwärterhäuschen aus dem Jahr 1845. Die PKP PLK (staatlicher polnischer Eisenbahninfrastrukturbetreiber) zerstört sowohl die Natur als auch das kulturelle Erbe von Gogolin. Das 180 Jahre alte Häuschen ist nicht mehr da.

Ein weiteres Element des lokalen Erbes ist aus dem Stadtbild von Gogolin verschwunden. In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2025 wurde das Bahnwärterhäuschen am Bahnübergang an der Kreuzung der Straßen Krapkowicka und Strzelecka vollständig demontiert. Es war eines der ältesten erhaltenen Eisenbahnbauwerke der Stadt und der Region.

Foto: Andrea Polanski

Das Häuschen wurde 1845 zeitgleich mit der Eröffnung der Bahnstrecke errichtet, die Breslau mit dem oberschlesischen Kohlenrevier und dem Bahnhof in Gogolin verband. Seine Geschichte ist untrennbar mit der Entwicklung der Stadt verbunden. Aus einem kleinen, verarmten Dorf entwickelte sich Gogolin zu einem Zentrum des Kalksteinabbaus und zog Investoren aus ganz Preußen an. Das Häuschen diente den Bahnwärtern als Arbeitsplatz. Sie bedienten die Schranken und Signale und sorgten für die Sicherheit am Bahnübergang.

180 Jahre Geschichte, die Arbeit der Eisenbahner und die lokale Identität sind verloren gegangen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Eisenbahninfrastruktur aus dem 19. Jahrhundert ohne Debatte oder klare Verfahren zur Information der Anwohner aus dem öffentlichen Raum verschwindet.

Die Geschichte der Eisenbahn auf der Strecke nach Gogolin reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. 1816 entwarf Carl Johann Bernhard Karsten den ersten Plan für eine Eisenbahnlinie, die Oberschlesien mit Breslau verbinden sollte, vorwiegend für den Kohletransport. Das Projekt wurde zunächst abgelehnt, doch 1836 wurde das Gründungskomitee der Oberschlesischen Eisenbahn ins Leben gerufen. Nach zahlreichen Auseinandersetzungen und Bauphasen wurde die Strecke Breslau-Oberschlesisches Kohlenrevier 1846 vollständig in Betrieb genommen. Die ersten Personenzüge legten die 196,3 km lange Strecke in gut sechseinhalb Stunden zurück. Das Bahnwärterhäuschen in Gogolin wurde zeitgleich mit diesem historischen Bauvorhaben errichtet und war eines der ersten Elemente moderner Eisenbahninfrastruktur in der Region.

Trotz des Engagements lokaler Aktivisten und Politiker blieb das Gebäude ungeschützt. Die Abgeordnete Paulina Matysiak richtete einen dringenden Appell an die Denkmalbehörde der Woiwodschaft Oppeln mit der Bitte, das Bahnwärterhäuschen unter vorläufigen Schutz zu stellen. Gleichzeitig schaltete sich der Bürgermeister von Gogolin, Krzysztof Reinert, ein. Leider konnten diese Bemühungen die Demontage Mitte Dezember nicht verhindern.

Foto: Andrea Polanski

Ein Schreiben des Rathauses belegt, dass das Bahnwärterhäuschen weder im städtischen Denkmalregister noch im Denkmalverzeichnis eingetragen war und daher nicht unter Denkmalschutz stand. Die Gemeinde wurde nicht über die Abrisspläne informiert, und das Gelände befindet sich weiterhin in der Verwaltung der Eisenbahn. Wie bereits erwähnt, hat die Kommune in dieser Angelegenheit keine administrative Zuständigkeit.

Fakt ist: Das Bahnwärterhäuschen gibt es nicht mehr. 180 Jahre Geschichte, die Arbeit der Eisenbahner und die lokale Identität sind verloren gegangen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Eisenbahninfrastruktur aus dem 19. Jahrhundert ohne Debatte oder klare Verfahren zur Information der Anwohner aus dem öffentlichen Raum verschwindet. Das 180 Jahre alte Bauwerk ist nun nicht mehr da, und die Erinnerung daran bleibt nur noch in Archivfotos und den Erinnerungen der Anwohner.

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